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Vor nicht all zu langer Zeit...

8/02/2014 Frau KORNelia 0 Comments


… gab es mal ein durchgeknalltes Mädel, welches neugierig auf das Leben war und offen für Neues. Vieles akzeptierte und sich an der Andersartigkeit der Lebewesen erfreute. Die Vielfalt der Welt war das, was ihr Freude bereitete.
Weit oben lebte sie auf ihrer rosa Wolke, schaute auf die Welt hinunter und war sehr zufrieden. Ab und an verließ sie ihre Wolke um hinunter zu den Menschen zu gehen. Aber nach einem langen Tag auf der Erde stieg sie wieder ihre Leiter hoch und machte es sich auf ihrer flauschigen Wolke gemütlich. Sie brauchte  den Abstand von dem irdischen Gewusel um die innere Balance zu wahren.
Plötzlich kehrte sie immer öfter auf die Erde und vergass ihre wundervolle Wolke irgendwann. Die Leiter wurde vom  Efeu verschluckt und der Eingang auf die Wolke verschwand. Das Mädchen gewöhnte sich an das irdische Leben und war eine Zeit lang auf eine neue Art glücklich.
Eines schönen Morgens wachte das Mädchen in einem prächtigen Himmelbett auf. Schaute sich um und sah ein aufwendig gestaltetes Zimmer. Durch ein großes Fenster fiel ein Sonnenstrahl und kitzelte sie an der Nase. Sie lief zum Fenster um es zu öffnen, jedoch lies es sich nicht öffnen. Sie hämmerte und klopfte gegen die Scheibe. Das Fenster blieb zu! Ihre Augen füllten sich mit Sehnsucht.
Auf der anderen Seite des großen Zimmers war eine goldenen Tür. Sie öffnete sich langsam und zwei Zofen betraten das Gemach der Königin. “Haben sie angenehm geruht, Herrin?” Sie wirbelten durch das Gemach, brachten der Königin die tollsten Kleider und schmückten ihr Haar mit diamantenen Spangen.
Die Königin verließ ihr Gemach und wanderte durch das große Schloss auf der Suche nach der Sonne und dem Garten. In den Gängen standen überall menschliche Wesen, die die Königin begrüßten oder vor ihr knieten. Sie hatten alle leere Gesichter und sprachen die selben Sätze.
Als sie endlich den Weg in den Garten fand, füllte sich ihr Herz mit Glück und Sehnsucht. Sie lief über die Wiesen ihres Reiches und erfreute sich an den Blumen und Tieren. Aber irgendetwas trüget diese Freude.  Sie drehte sich um und sah wie ihr irgendwelche Botschafter, Zofen, Gräfinnen und Berater nachliefen. ” Oh Herrin, Oh Herrin! Ihre Hoheit muss jetzt das Reich regieren, sonst geht die Welt unter!!!”  Die Verfolger hatten dicke Bücher unter dem Arm und viele Wünsche.
Auf einem der Bäume erblickte die Königin einen bunten kleinen Vogel. Er sang und zwitscherte fröhlich vor sich hin. Plötzlich flog ein Stein in die Richtung des Vogels und eine Stimme schrie: ” Er ist bunt und er ist anders! ER MUSS STEEEEEERBEEEEEEN!”
Der Vogel spreizte sein Gefieder und flog davon. Die Königin rannte ihm nach, sie hatte nur noch Augen für diesen Vogel. Das erste Mal seit einer langen Zeit konnte sie lächeln. Sie wollte den Vogel nicht aus den Augen verlieren. Er war so kostbar und erinnerte sie an eine vergangene Zeit.
Verzweifelt schaute sie dem Vogel nach und rannte immer noch… bis sie in eine Hecke stürzte. Ihr Reich hatte hier ein Ende. Eine 50 Meter hohe Hecke umzäunte es.
Entschlossen kletterte die Königin die Hecke hoch. An den Dornen verletzte sie sich ihre hoheitlichen Glieder und an den Füssen spürte sie die Hände der Botschafter und Berater: “Nein! Herrin, tun SIE das NICHT! Das ist der Weg in die Verdammnis. Auf der anderen Seite der Hecke herrscht das BÖSE! DIE GOSSE …. DIE PEEEEEEEST!”
Die Schuhe der Königin lösten sich von ihren Füßen und fielen mit den Monstern zu Boden. Diese wildgewordenen Typen frassen schließlich voller Zorn die goldenen Schuhe der Königin und sprachen dabei immer die selben Worte.
Barfuss und erschöpft ruhte die Königin oben auf der Hecke. Sie blickte in die neue Welt hinaus. Die Pest war prächtig und unendlich. Dort blühten die Blumen viel schöner und die bunten Vögel sangen und zwitscherten fröhlich in den Bäumen. Die Menschen tanzten, sangen und tranken. Die Musik drang aus allen Ecken der Gosse. Das Herz der Königin ging auf…. das hat sie so lange nicht mehr gesehen. Es war die Lebensfreude, die ihr so fehlte.
Die Farben im Schlossgarten verblassten die gesprochenen Sätze der leeren Gesichter verloren an Bedeutung.
Wie aus dem Nichts erschien die alte Leiter und das Mädel konnte zurück auf ihre Wolke. Sie ruht nun in rosa Flausch und betrachtet die Dinge aus einer anderen Perspektive. :O)

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